Zyklustee & Zyklusöl — Pflanzliche Begleiter für deine Mondzeit, Perimenopause und zweite Zyklushälfte

Es gibt einen Moment, den viele Frauen kennen und den die wenigsten wirklich benennen.

Irgendwann in der zweiten Zyklushälfte, oder wenn die Perimenopause beginnt sich anzukündigen, verändert sich etwas. Der Körper fühlt sich schwerer an. Die Stimmung reagiert sensibler. Die Periode kommt zögernd oder mit mehr Schmerz als früher. Der Schlaf wird leichter, die Nerven dünner, das Gewebe weicher in einer Weise, die sich fremd anfühlt. Und was tun die meisten Frauen in diesem Moment? Sie behandeln ihren Körper wie ein Problem, das gelöst werden muss.

Es ist aber im Grunde kein Problem sondern einfach nur ein Zeichen deines Körpers , das sich etwas im Wandel /Wechse befindet. 

Was wäre , wenn dieser Moment keine Störung ist, sondern eine Einladung? Eine Einladung, genauer hinzuhören. Tiefer zu gehen. Den Körper nicht zu bekämpfen, sondern zu begleiten.

Genau dort kommen die Pflanzen ins Spiel. Und genau darum geht es in diesem Beitrag.

 

Die zweite Zyklushälfte und was wirklich passiert

Nach dem Eisprung beginnt die Lutealphase. Der Körper bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor, Progesteron steigt an, Östrogen beginnt zu sinken. Für viele Frauen ist das hormonelle Wechselbad dieser Tage kaum spürbar. Für andere ist es jedes Mal ein kleines Erdbeben: Wassereinlagerungen, Reizbarkeit, Schlafprobleme, ein Zug im Unterbauch, das Gefühl dass alles sensibler ist als sonst.

In der Perimenopause, also in den Jahren vor der Menopause, verstärkt sich das oft. Die hormonellen Schwankungen werden unregelmäßiger, unvorhersehbarer. Was früher zuverlässig funktioniert hat, funktioniert plötzlich nicht mehr so. Der Körper schreibt um und er tut das laut.

Was ich in meiner Arbeit als Phytotherapeutin immer wieder erlebe: Frauen, die in dieser Phase anfangen, Pflanzen zu nehmen, erleben einen Unterschied. Nicht als Wunder. Nicht über Nacht. Sondern als das, was Pflanzen wirklich sind: sanfte, kluge, geduldige Begleiter, die den Körper erinnern, was er kann.

Stille Entzündungen spielen dabei eine große Rolle, die wir als Frauen viel zu selten ansprechen. Viele der Beschwerden, die wir in der zweiten Zyklushälfte oder in der Perimenopause erleben, haben entzündliche Prozesse im Hintergrund. Kein Drama, keine Diagnose. Einfach ein Körper, der über Jahre zu viel Stress, zu wenig Erholung, zu wenig Unterstützung bekommen hat. Und der das jetzt zeigt.

Genau dort setzen diese Rezepte an.

Zyklustee Rezept 1 — für die Mondzeit & innere Unruhe

Dieser Tee begleitet mich seit Jahren. Ich greife besonders dann zu ihm, wenn die Periode kommt und mit ihr das Ziehen, die Schwere, die innere Anspannung.

20g Rosenblüten 20g Schafgarbe 20g Lavendel Optional: 20g Passionsblume

Den Tee abgedeckt 8 Minuten ziehen lassen, abgedeckt, damit die ätherischen Öle nicht entweichen. Das ist kein Detail, das ist der Unterschied.

Was die einzelnen Pflanzen tun:

Die Schafgarbe ist für mich eine der großartigsten Frauenpflanzen überhaupt und eine der unterschätztesten. Sie wirkt regulierend bei Menstruationsbeschwerden, stärkt die Gefäßwände, fördert die Durchblutung und unterstützt gleichzeitig die Leber und die Fettverdauung. Sie ist eine Pflanze der Mitte, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Die Rose beruhigt. Nicht als Klischee, sondern biochemisch: Rosenblüten wirken auf das Nervensystem, sie mildern emotionale Überwältigung und bringen Weichheit in einen Körper, der gerade zu viel hält.

Lavendel kennen die meisten als Schlafhelfer und das stimmt. Aber er ist auch krampflösend, beruhigend auf den Verdauungstrakt und ein wunderbarer Begleiter für all jene Tage, an denen Körper und Geist gleichzeitig zur Ruhe kommen möchten.

Die Passionsblume kommt dazu, wenn der Schlaf in dieser Zyklusphase besonders leidet. Sie wirkt krampflösend, beruhigend auf das zentrale Nervensystem und fördert einen tiefen, erholsamen Schlaf ohne Benommenheit am nächsten Morgen.

Tipp: Das Badewasser als Ritual

Den wunderschönen Sud dieses Tees musst du nicht wegschütten. Gib ihn einfach in dein Badewasser. Rosenblüten, Lavendel und Schafgarbe im warmen Bad wirken über die Haut genauso wie von innen: entspannend, durchblutungsfördernd, krampflösend. Ein Bad in diesem Sud ist Körperpflege und Heilkunde in einem. Und eines der schönsten Rituale, die ich kenne für Tage, an denen du dich einfach nur halten möchtest.


Zyklustee Rezept 2 — für die zweite Zyklushälfte & Perimenopause

Dieser Tee ist mein Liebling für die zweite Zyklushälfte und er schmeckt besonders gut kalt, mit einem Spritzer Zitrone, über Eis. Gerade jetzt in den wärmeren Monaten ist er mein tägliches Ritual.

20g Rosenblüten 20g Granatapfelblüten 20g Hibiskusblüten

Was dahintersteckt:

Hibiskus wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Durchblutung und hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde eine lange Geschichte als Begleiterin des weiblichen Zyklus. Er ist reich an Anthocyanen, denselben Pflanzenstoffen, die auch roten Beeren ihre antioxidative Kraft geben.

Granatapfelblüten sind ein Schatz, den viele noch nicht kennen. Sie sind reich an Antioxidantien, wirken entzündungshemmend und werden in der Phytotherapie mit hormoneller Balance und weiblicher Gesundheit verbunden, besonders in den Übergangsphasen des Zyklus und der Perimenopause.

Rose, auch hier. Weil sie immer passt. Weil der weibliche Körper Rose braucht wie Wasser.

Tipp: Das Badewasser als Ritual

Auch der Sud dieses Tees macht sich wunderschön im Badewasser. Die tiefrote Farbe des Hibiskus alleine ist schon ein Geschenk. Granatapfelblüten und Rose machen das Bad zu einem echten Schönheitsbad von innen und außen: antioxidativ, entzündungshemmend, weich machend für Haut und Seele. Bereite dir abends eine größere Menge zu, trink deinen Tee warm, und lass den Rest ins Badewasser laufen. Das ist Selbstfürsorge, die wirklich etwas tut.

Bonus: Wenn ihr diesen Tee abkühlt und Chiasamen darin einweicht, habt ihr gleichzeitig einen wunderbaren Detox-Drink. Die Chiasamen liefern Omega-3, Ballaststoffe und Mineralstoffe, stabilisieren den Blutzucker und unterstützen die Verdauung, gerade in hormonell intensiven Phasen Gold wert.


 

Das Zyklusöl — wenn Berührung zur Heilung wird

Neben den Tees mache ich mir dieses Zyklusöl und es ist für mich mehr als ein Pflegeprodukt. Es ist ein Ritual.

100ml Mandelöl 10 Tropfen Weihrauch 5 Tropfen Myrrhe 5 Tropfen Rose oder Lavendel, oder beides 5 Tropfen Muskatellersalbei 5 Tropfen Orange 5 Tropfen Wacholder 3 Tropfen Pfefferminze

Alle Zutaten in eine dunkle Glasflasche geben und gut vermischen.

Die Anwendung:

Morgens oder abends, oder wann immer du eine Pause brauchst, nimmst du dir bewusst Zeit. Du wärmst ein paar Tropfen des Öls in deinen Handflächen, legst die Hände kurz auf dein Herz und massierst dann deinen Unterbauch mit kreisenden, warmen Bewegungen.

Vom Herz über die Hand auf die Haut und die Berührung zurück zum Herzen.

Das klingt vielleicht einfach. Aber es ist tiefgreifend. Denn die meisten Frauen berühren ihren Unterbauch nur dann, wenn er schmerzt. Wenn sie unzufrieden sind. Wenn er ein Problem ist.

Was wäre, wenn du ihn berühren würdest, um ihm zu sagen: ich bin hier. Ich höre dich. Ich unterstütze dich.

Das ist der Kern dieses Rituals.

Was die Öle tun:

Weihrauch und Myrrhe wirken tief entzündungshemmend und haben seit Jahrtausenden ihren Platz in der Heilkunde, nicht zufällig. Muskatellersalbei gilt als eine der stärksten östrogenähnlich wirkenden Pflanzen in der Aromatherapie und ist besonders wertvoll in der Perimenopause. Wacholder unterstützt die Entgiftung und die Durchblutung. Orange bringt Wärme und Leichtigkeit. Rose und Lavendel beruhigen, den Körper, das Nervensystem, die Seele.


Warum Pflanzen, besonders jetzt

Ich glaube, dass wir als Frauen in einer Zeit leben, die uns sehr viel abverlangt. Und ich glaube, dass wir dabei oft vergessen, wie viel die Natur für uns bereithält. Nicht als Ersatz für medizinische Unterstützung, wenn die gebraucht wird. Sondern als tägliche Begleitung. Als Sprache, die der Körper kennt, weil er schon immer mit ihr gelebt hat.

Besonders in der Perimenopause, in diesem hormonellen Wechselbad das so vieles gleichzeitig ist, Abschied, Wandel, Ankommen, sind Pflanzen für mich keine Alternative. Sie sind Weggefährtinnen.

Sie stressen nicht. Sie drängen nicht. Sie unterstützen.

Und das ist genau das, was ein Körper im Wandel braucht.